Tenor saxophone portrait by wakalani

 TENOR SAX

Das Saxofon wurde 1840 in Frankreich erfunden von Adolphe Sax, vor allem für Militärkapellen, weil Klarinetten zu leise waren.
Besondere Bedeutung erhielt es erst im Jazz, Ende der 20er Jahre, durch Coleman Hawkins (s.u.).

In den ersten Bigbands von Fletcher Henderson, Duke Ellington und Count Basie kam das Tenor SAX erst richtig zur Geltung. Durch Soli konnten Interpreten berühmt werden, hier wurden Grundlagen für das spätere individualisierte Spiel in Cool Jazz und Bepop gelegt.

Ende der 40er waren in Woody Hermans Band die '4 Brothers' (3 ts, 1 bs) maßgeblich. Stan Getz spielte hier eine große Rolle.  Die 4 Brüder waren dann Vorbild für ähnliche Formationen wie '5 brothers' bei Zoot Sims und Gerry Mulligan.

Coleman Hawkins und Lester Young

Coleman Hawkins klingt heute immer noch so wie man sich einen typischen Jazz-Saxofonisten vorstellt. Er hatte schon früh in den 20ern in den Bands von Mamie Smith und Ma Rainey gespielt. Bekannt wurde er als Tenorsaxofonist der Fletcher-Henderson-Bigband und er galt dann bald als der erste und beste Jazz-Saxofonist überhaupt, genannt 'Bean' oder 'Hawk'. Als er nach einem 5jährigen Europa-Aufenthalt in die States zurückkam, hatte jemand anders das TenorSax neu erfunden und einen ganz anderen Stil entwickelt. Dieser jemand machte ihm gewaltig Konkurrenz: Lester Young

     


Lester Young
, 5 Jahre jünger, spielte als 'Prez' lange bei Count Basie und war auch Billie Holiday eng verbunden. Sein eher 'lyrischer' Stil wurde zuächst nicht akzeptiert, wurde dann legendär und war später Ausgangspunkt für den Cool Jazz. Lester war schon immer etwas 'durch den Wind', aber als Soldat im 2. Weltkrieg wurde er von seinem weißen Vorgesetzten derart traumatisiert, dass er sich für den Rest seines Lebens nicht mehr davon erholte und schon mit 50 Jahren starb.

 

        

       

 Body & Soul: Coleman Hawkins
  Body & Soul: Lester Young
 "George Rusell hat diese beiden gegensätzlichen Spielweisen mit dem Bild eines Dampfers verglichen.... Hawkins Soli ähnelten den Trips eines regionalen Dampfers, der jede Stadt entlang des Flusses anläuft, während Youngs Soli an die Reisen eines Express-Dampfers erinnerten, der vorwiegend an größeren Städten anlegt." (Behrendt, Das Jazz-buch, 2009 S. 128, mit den Städten sind die Akkorde gemeint, mit den größeren Städten die 'Tonikaziele')

 

 

             

 Lester Young and Billie Holiday : Fine and Mellow 1957

Ben Webster

'The Frog' war ein Schüler von Coleman Hawkins.

Er ging später nach Europa, wo er - wie viele andere vor ihm - die Erfahrung machte, dass dort auch Farbige wertgeschätzt wurden. Berühmt wurden seine Konzerte 'Live at the Jazzhus' in Kopenhagen. Er starb in Amsterdam.

Sonny Rollins

... lebt noch, hier schneeweiß 2012 im Alter von fast 82 Jahren!

 

 

 

             
TENOR SAX   ALTO SAX    SOPRANO SAX 
 

Frank Trumbauer (C m)

Coleman Hawkins

Lester Young

Herschel Evans

Gene Ammons

Don Byas

Benny Golson

Booker Ervin

Warne Marsh

Lou Donaldson

Paul Quinichette

 

John Coltrane

Wayne Shorter

Joe Henderson

Dexter Gordon

Joe Lovano

Michael Brecker

Sonny Rollins

Joe Henderson

Ike Quebec

Pharaoah Sanders

Klaus Doldinger

 

Julian 'Cannonball' Adderley

Stan Getz

Lee Konitz

Zoot Sims

Paul Desmond

Charlie Parker

Bobby Watson

Art Pepper

David Sanborn

Candy Dulfer

 

 

 

 

 

 

Sidney Bechet

John Coltrane

Branford Marsalis

Jan Garbarek

 

 

BARITONE SAX

Gerry Mulligan

Pepper Adams